Der Gigapixelwahn

Posted by admin on März-26-2010 Add Comments
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Quelle: gigapansystems.com

Zur Zeit gehen sie um- die Gigapixelbilder.  Auf ausgewählten Webseiten kann man sie sich anschauen, darin herumscrollen, ein und auszoomen und sich die komplette abgebildete Gegend  bis ins kleinste Detail ansehen. Vom Yosemite-Nationalpark bis hin zur Stadt der Liebe Paris lassen sich mittlerweile von so einigen Standpunkten atemberaubende Aufnahmen einsehen und das in einer nie dagewesenen Auflösung. Doch wie funktioniert das Ganze? Gibt es wirklich mittlerweile Kameras, die so hoch auflösen können? Wir reden hier nicht mehr von Megapixeln, sondern wohlgemerkt von Gigapixeln (10 hoch 9)!

Die Antwort ist ganz klar – Nein, denn es ist technisch bisher unmöglich solche Bilder zu schießen.  Die größeren, gängigen Digitalkameras für den Otto-Normal-Anwender reichen an die 12MP heran, Profigeräte an die 18MP und bei den absoluten HighEndkameras endet der ganze Spaß bei spätestens 60MP. Wie also schafft man es ein 26 Giga(!)pixel-Bild aufzunehmen, wenn es technisch von Seiten der Hardware keine Lösung gibt?

Die Lösung ist so simpel wie einfach, man muss dabei aber natürlich ein wenig tricksen. Viele von euch werden sicher schon mal versucht haben ein Panoramafoto zu schießen, d.h.  man schießt drei Bilder und fügt sie daheim mit Hilfe von Photoshop aneinander. Daraus entsteht dann ein Foto mit höherer Pixelzahl, als die eigene Kamera eigentlich produzieren könnte –  und das ist auch der Trick hinter den Gigapixelbildern. Einen kleinen Unterschied gibt es dabei natürlich schon: Es handelt sich dabei natürlich nicht nur um 3 Fotos einer Profikamera, die aneinandergeklebt werden, sondern im Beispiel des zurzeit größten Bildes der Welt um sage und schreibe 1.655 Vollformat(!)bilder, mit einer Auflösung von jeweils 21,4 Megapixeln. Natürlich würde jeder zweite Fotograf gleich die Flinte ins Korn werfen. So viele Bilder an ein und demselben Ort zu schießen erscheint schier unmöglich. Auch mit der Genauigkeit und dem richtigen Ausschnitt dürfte es dabei wohl erhebliche Probleme geben. Natürlich gibt es aber auch hier mittlerweile eine praktikable Lösung. Das Ganze funktioniert ein bisschen wie bei Hobbyastronomen, die über computergesteuerte Stative verfügen, um den jeweiligen Himmelskörper zu finden. In diesem Fall funktioniert es mit Hilfe eines Roboters, auf dem die Kamera wie auf ein Stativ geschraubt wird und der dann Schritt für Schritt die einzelnen Fotos vollautomatisch aufnimmt. Das Ganze dauert dann wie in diesem Beispiel um die 3 Stunden reines Fotoschießen, doch das ist noch der zeitsparendste Part dieses Projekts. Wirklich zeitintensiv wird es nämlich dann bei der Zusammenrechnung der ganzen Fotos, die mithilfe einer speziellen Software und eines speziellen Rechners erfolgt. Über 90 Stunden rechnete ein Computer mit 16 Prozessoren an der Zusammenstellung der 1.655 Fotos, um schlussendlich dieses gigantische Foto mit einer Auflösung von 26.031.250.000 Pixeln zu bekommen.

Wer das alles selber einmal ausprobieren will, kann sich für ca. 350$ bei der Firma Gigapan ein solchen Fotoroboter für seine Kompaktkamera kaufen. Für die etwas versierteren Fotografen unter euch bietet der Hersteller  ab 900 $ auch Modelle für den Spiegelreflexeinsatz.

Wer lieber bei der klassischen Fotografie bleiben möchte, kann sich hier aber trotzdem einige hervorragende Beispiele anschauen:

-          Dresden (26 GP)

-          Köln (8,2GP)

-          Paris (26 GP)

-          Sydney by Night (0,7 GP /1,3 GB)

-          Chicago by Night (1GP/7 GB)

-          Yosemite Park (17,3 GP/96,5 GB)

-          De Megève au Mont-Blanc (16,7 GP/61,6 GB)

-          Harlem (13.1 GP/48,8 GB)

-          Machu Picchu (1,5 GP/13,5 GB)

-          The Last Supper (16,1 GP/94,9 GB)

-          Weitere großartige Panoramas:

-          http://gigapixelphotography.com/image-gallery/

-          http://www.activecomp.ca/gigapan/

-          http://www.xrez.com/

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